Mehr als 200 Gäste in der Auenwaldhalle (19.1.2018)
Der Neujahrsempfang des Evangelischen Kirchenbezirks beginnt mit einem Gottesdienst. Dicht gedrängt sitzen die Gäste in der Unterbrüdener Kreuzkirche. Fast wie an Weihnachten. Die Gestaltung des Gottesdienstes ist Gemeinschaftswerk. Neben Dekan Wilfried Braun beteiligen sich Pfarrerin Renate Dinda und Pfarrer Bernhard Körner. Letzterer erklärt in seiner Predigt die Jahreslosung: "Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst." Angesichts der Tyrannei des gelingenden Lebens sich Sehnsüchte zu bewahren ist ihm wichtig. Sehnsüchte, die letztlich auf Gott als den Geber erfüllten Lebens hinweisen.

Die Auenwaldhalle ist nur ein paar Schritte entfernt. Der Posaunenchor Oberbrüden unter der Leitung von Heike Brand begrüßt die Gäste musikalisch. Doch die Melodien gehen ganz unter in der intensiven Beschäftigung der Gäste, Freunde und Bekannte zu grüßen. Der Neujahrsempfang ist auch Begegnungsforum. Das Büffet ist bereits aufgebaut. Und nach Begrüßung durch Dekan Braun und Tischkanon geht's gleich los. Alles ist gratis sagt der Chef des Kirchenbezirks. Für den Bürgermeister der Kommune Auenwald ist es eine Ehre, den Neujahrsempfang durch die Zur-Verfügung-Stellung der Auenwaldhalle mit ausrichten zu dürfen. Überhaupt ist Karl Ostfalk, so führt er in seinem Grußwort aus, ganz angetan von der Zusammenarbeit mit

der Kirche. Und bittet darum, anspielend auf die Stellenkürzungen im ganzen Dekanat, der Kommune genügend "Pfarrerstunden" zur Verfügung zu stellen. Und bemerkt: Die von ihm gezahlte Kirchensteuer reiche leider nicht aus, selber einen Pfarrer anzustellen.
Nicht einfach hat es der ökumenische Kirchenchor Auenwald-Althütte unter der Leitung von Waldemar Merk. Die Liedbeiträge sind in den Abend eingestreut und man hat sich gegenüber Tischgesprächen und Geschirrgeklapper erst Gehör zu verschaffen. Waldemar Merk bittet um "stille Präsenz" beim Zuhören, was am Anfang auch gelingt.
Dekan Braun lässt es sich in seiner Rede nicht nehmen, all die illustren Gäste und wichtigen Leute eigens zu begrüßen. Und wird dabei sehr persönlich: Die nun sieben Jahre währende Weggemeinschaft mit Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper - er ist anwesend - ist ihm sehr wichtig. Natürlich muss er noch etwas zum Abbau von Pfarrstellen sagen. Dreieinhalb Stellen muss der Kirchenbezirk nach den Vorgaben der Landeskirche abbauen. In zwei Fällen (Sulzbach und Spiegelberg sowie Erbstetten und Burgstall) wird von Gemeindeseite her versucht, die unausweichliche Reduktion durch eine neue Art der Zusammenarbeit aufzufangen. "Bleiben sie nicht beim Beklagen stehen", mahnt Wilfried Braun. Und wo immer aus den Gemeinde heraus neue Modelle kirchlicher Arbeit entwickelt werden, dürfen solche Initiativen auf die großzügige Unterstützung des Kirchenbezirks hoffen. Das Evangelium will nicht nur gesagt, sondern auch gelebt werden. Gerade Letzteres werde ihm, so bekennt Dekan Braun, immer wichtiger. Sowohl die Erlacher Höhe wie auch die Winnender Paulinenpflege würden durch ihre Einrichtungen im Kirchenbezirk schon Vorbildliches leisten. Doch es könnte noch mehr getan werden. Von englischen Kirchen, so der Eindruck des Dekans, könne man lernen. Auf der Insel habe man Kirchen zu offenen Begegnungsmittelpunkten und karitativen Orten weiterentwickelt, in denen teilweise auch scheinbar profane Dienstleistungen angeboten würden.
Der Dekan schließt mit einer umfassenden Liste derer, die zum Gelingen des Abends beigetragen haben. Roland Schlichenmaier hat in Ober- und Unterbrüden 24 Mitarbeiter organisiert, die für einen reibungslosen Ablauf des Abends sorgen. Unterstützt wurde er dabei von Eberhard Falk aus Lippoldsweiler. Und die Auenwalder Landfrauen haben durch ein gigantisches Kuchenbüffet den Abend versüßt. Trinkenderweise haben alle Gäste die Kirchengemeinde Oberbrüden - Unterbrüden unterstützt. Zum Ausschank kam ein eigens abgefüllter Lemberger namens "Präludium".

Hans-Christoph Werner

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