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„Sonnenstrahlen sollte man sammeln können“. Das hätte sich die Delegation des Ev. Kirchenbezirks Backnang gewünscht! Am 2. November waren Traudel und Reinhard Heinkel, Ulrike Wilborn, Ulrich Mayer, Jörg Schaal und Dorothee Gammel aufge-brochen zu einem Besuch bei Gemeinden der Moravian Church in Kapstadt (Moravian Church: Mährische Kirche, bei uns bekannt als Herrnhuter Brüder-gemeine). Seit über 25 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen dem Kirchenbezirk Backnang und dem District II in Kapstadt. Sogenannte „farbige“ Christen versammeln sich in diesen Gemeinden.

„A warm welcome“ erlebte die Delegation bei den Familien, die die Gäste aufgenommen haben, in den Kirchengemeinden und bei den diakonischen Ein-richtungen der Partnerkirche. „A warm welcome“, nicht nur, was die sommerlichen Temperaturen betrifft, mehr noch, was die warmherzige Aufnahme angeht, die die sechs Gäste erfahren haben. „Schwestern und Brüder“- die Anrede war keine Flos-kel, überall war es zu spüren, dass wir zusammen gehören.

Die Reisegruppe hat Gemeindeabende erlebt und mitgestaltet; es gab intensive Gespräche in den Gastfamilien, manchmal sehr persönlicher Art, manchmal über die Situation des Landes und politische Fragen; in Gottesdiensten haben sich die sechs „Germans“ eingebracht, musikalisch, mit Grußworten und Pfarrerin Dorothee Gammel mit Predigten. Die Geschichte Südafrikas und die Geschichte Deutschlands kam zur Sprache. Partnerschaft bedeutet auch, einander Anteil zu geben an den beglückenden und an den bedrückenden geschichtlichen Ereignissen. Sie wirken ja nach bis heute. So haben die Gemeinden am Kap vom Gedenken an die Pogrom-nacht am 9. November erfahren, aber auch von der Öffnung der Grenze am 9.11., und die Besucherinnen und Besucher wurden immer wieder erinnert an die Zeit der Apartheid in Südafrika: bei einem Besuch auf Robben Island, wo Nelson Mandela 18 Jahre lang im Gefängnis war, bei einer Ausstellung zum Leben Mandelas, bei einem Besuch bei Pfarrer Chris Wessels, der als engagierter Apartheidgegner monatelang im Gefängnis war und bei manchen Gesprächen in den Gastfamilien. Auf die großen Herausforderungen im Land wurde die Besuchergruppe hingewiesen: Arbeitslosigkeit, Armut, HIV/ Aids, Korruption, Kriminalität. Die Freude und die Dankbarkeit über die Demokratie in Südafrika macht nicht blind für Unrecht und Not. „Der lange Weg zur Freiheit“ ist, wie Nelson Mandela in seiner Autobiografie schreibt, noch nicht zu Ende!

Natürlich haben die Partnerinnen und Partner auch die Schönheiten der Kap -Region gezeigt. Am Montag vor dem Abflug war der Ausflug auf den Tafelberg bei herrlichem Sommerwetter und unglaublich klarer Sicht nochmal ein Höhepunkt vor der Rückkehr ins kalte und trübe Novemberwetter.

„Sonnenstrahlen sollte man sammeln können“. Man kann es! Die Wärme, die die Besucherinnen und Besucher bei den Menschen in Kapstadt erlebt haben, wird sie wärmen zuhause- mindestens eine Zeitlang, vielleicht für lange Zeit!

Reisegruppe-Partner-11-2013

Bild: Reisegruppe und Partner

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